Schlosserlebnistag in Baden - Württemberg

Schlosserlebnistag 

Viele Burgen und Schlösser in

Baden-Württemberg bieten zu diesem Tag ein spezielles Programm an. So auch wir, hier auf der Waldburg. Wir freuen uns, wenn wir Ihnen eine Freude bereiten können.
Los gehts zur Burg !!!

Die Burgen und Schlösserregion Oberschwaben und Allgäu lädt herzlich am 21.06.2020 von 11.00 bis 18.00 Uhr ein.

 

Geneißen Sie diesen Tag bei einem tollen Programm auf der Waldburg. Wir bieten Sonderführungen an diesem Tag an.

 

Es erwartet Euch Schwertkampf mit der mittelalterlichen Schaukampfgruppe "Feder und Schwert". Körbe flechten mit unserem Korbmacher. Lernen Sie flechten und nehmen Sie etwas selbst geflochtenes mit zum Andenken an diesen Tag auf der Waldburg.

 

Unsere zwei Kindergaukler werden Sie zusätzlich trefflich unterhalten. Der Fotoshooting Raum ist ebenfalls geöffnet, sowie auch die Waffenkammer zum Anfassen.

 

Konradin - eine traurige Geschichte...

 

Es ist der 23.08.1268

Die Sonne schickt die ersten Strahlen über den Horizont. Rauch weht noch durch das Tal. 

Die Lagerfeuer werden neu entfacht. Das vielleicht letzte Frühstück wird bereitet. Pferde wiehern. Die Anspannung ist zu spüren.

15.000 Kämpfer wissen, dass heute die entscheidende Schlacht geschlagen wird.  Das Südreich der Staufer, Apulien, Sizilien, Kalabrien, soll unter die Krone der Deutschen zurück.

 

Konradin steht über der Anhöhe. Sein Leben zieht an Ihm vorbei. Mit 16 Jahren hat er schon viel erreicht. 

 

Er ist der letzte legitime männliche Erbe aus der Dynastie der Staufer. Er war 

•          Herzog von Schwaben (1262–1268 als Konrad IV.), 

•          König von Jerusalem (1254–1268 als Konrad III.) und 

•          König von Sizilien (1254–1258 als Konrad II.).

 

Geboren am 25.03.1252 auf Burg Wolfstein bei Landshut.

1266 verheiratet mit der 8- jährigen Tochter Sophie des Markgrafen von Landsberg. Bei seiner Hochzeit war er allerdings schon unterwegs nach Süditalien. Die Ehe wurde durch einen Bevollmächtigten vollzogen.

 

Aufgewachsen mit den ruhmreichen Geschichten von Barbarossa und Friedrich II will er nicht zurückstecken. Eine große Bürde lastet auf Ihm. Mit 5000 schwäbischen Rittern zieht er nach Sizilien, um das große Erbe der Staufer anzutreten. Die Römer haben Ihm zugejubelt als er in die ewige Stadt eingezogen ist. Die Staufer sind bis heute hoch angesehen in Italien. 

 

Seine Gedanken schweifen ab. Er schaut ins Tal. Das Lager erwacht. Rege Betriebsamkeit stellt sich ein. Jeder Handgriff sitzt. Konradin lächelt. Stolz reckt er sein Kinn nach vorne. Seine Schwäbischen Ritter sind einfach die Besten. Die Ritter satteln Ihre Pferde, Rüstungen blitzen in der Sonne. Waffengeklirr weht zu Ihm herauf. Es wird Zeit, sich zu rüsten. 5000 schwäbische Ritter und 10.000 Mann im Troß vertrauen auf Ihn. 

 

Jubelnd wurde er im Juli 1268 in Rom empfangen. Menschenmassen gaben seinem Triumphzug einen Rahmen der Seinesgleichen sucht. Der Papst hatte Konradin exkommuniziert, er wollte verhindern, dass das Südreich der Staufer wieder zu einer Bedrohung wird wie unter Friedrich II.

 

Eine Allianz mit Heinrich von Kastilien, Friedrich von Baden-Österreich und Mastino I. della Scala von Siena soll den Sieg bringen. 300 spanische Ritter stoßen zum Heer von Konradin. 

 

Dagegen stehen 4000 Kämpfer auf Seiten von Karl von Anjou. 

 

Über das Salto-Tal haben die Staufer Stellung bezogen. 

 

Ein letzter Blick über die Ebene. Er saugt diesen gewaltigen Moment ins sich auf. Weit über 30.000 Mann stehen sich hier gegenüber. Soldaten, Ritter, Söldner, Bauern, Huren, der ganze Troß ist voller Erwartung.   Konradin reitet ins Tal. Die Ritter in Ihren schweren Rüstungen jubeln Ihm zu. Schwerter schlagen auf die Schilde. Ein ohrenbetäubendes Getöse setzt ein als Konradin seine Reihen abreitet.

 

Seine Heerführer erwarten Ihn. Der Schlachtplan steht. Die Fürsten scharen Ihre Ritter um sich. Die Schlachtordnung wird hergestellt. Die Bogenschützen spannen die Sehnen und legen die ersten Pfeile ein. 

 

Die Anspannung wird unerträglich. Das Stampfen der Schlachtrösser auf dem trockenen Boden hallt von den Bergen wieder. Staub wirbelt auf als die Schlachtrösser antraben. Über die Köpfe der Ritter surren die Pfeile. Die ersten Kämpfer von Karl von Anjou sinken zu Boden. Blutgeruch weht durch das Tal und vermischt sich mit dem Staub des Schlachtfeldes. Schilde krachen aufeinander. Ein unbeschreibliches Getöse hämmert auf die schwäbischen Ritter ein. Ein Kampf mit Mann gegen Mann entbrennt. Die ersten Verwundeten werden zum Troß gebracht. Schmerzensschreie hallen vom Fluss herauf. 

 

Die Allianz der Schwaben beginnt langsam die Oberhand zu gewinnen. Lücken in der Schlachtordnung der Franzosen tun sich auf. Die schwäbischen Ritter um Konradin stoßen hinein und hauen weitere Lücken in die Reihen der Gegner. 

 

Die ersten Franzosen werden die Waffen von sich und versuchen Ihr Heil in der Flucht. Schnell setzen die Schwaben nach und lösen damit Ihre eigene Schlachtordnung auf um den Franzosen den Todesstoß zu geben.

 

Jubel brandet auf – der Sieg ist nah!

 

Der Boden bebt plötzlich. Karl von Anjou nimmt seine Chance wahr. Mit seiner Reserve bricht er in die aufgelöste Schlachtordnung der Staufer eine. Eine blutige Ernte wird gehalten. Am Abend liegen tausende der staufischen Ritter in der italienischen Sonne in Ihrem Blut. 

Die Allianz der Staufer ist geschlagen. 

 

Konradin und ein paar Getreuen gelingt die Flucht. Giovanni Frangipani allerdings nimmt Ihn gefangen und liefert ihn an Karl von Anjou aus. 

 

Die Geschichte nimmt Ihren Lauf. Konradin möchte sich freikaufen, was damals durchaus üblich war. Der Papst und Karl von Anjou lehnen ab. Es soll ein Exempel statuiert werden. 

 

Sand knirscht unter den Füßen von Konradin. Die Sonne brennt erbarmungslos auf Neapel herunter. Stille auf dem Marktplatz Mercato in Neapel. Jeder Schritt hallt wieder von den Tausenden von Menschen die seinen Weg säumen. Mit dem Richtschwert in den Händen steht der Scharfrichter bereit. Sein Gesicht verhüllt mit einer schwarzen Kapuze. Der Richtblock steht mittid auf dem Richtplatz. Aufrecht geht Konradin mit seinen 16 Jahren seinen letzten Gang.

 

Vor dem Richtblock stehend nennet er seinen letzten Wunsch. Karl von Anjou gewähret diesen auch. Seinem langjährigen Weggefährten, dem Waldburger,  werden die Fesseln abgenommen. Heinrich II von Waldburg-Tanne kniet vor seinem König Konradin und hört seine letzten Worte: 

 

So reite er Heinrich II heim ins deutsche Reich und überbringe die Nachricht was hier geschehen. 

 

Nach 2 monatiger Kerkerhaft, am 29. Oktober 1268 auf der Piazza del Mercato in Neapel, lässt Karl von Anjou Konradin öffentlich enthaupten. 

 

Der letzte schwäbische Ritter ist Heinrich II. von Waldbug-Tanne. Er wurde aufgrund des letzten Willens von Konradin an Karl von Anjou von der Hinrichtung verschont. 

 

Heinrich von Waldburg-Tanne bringt Konradins Siegelring und den Handschuh dem Verwandten Peter III. v. Aragon. Er soll die Nachricht über seinen Tod ins deutsche Reich überbringen. Seine Frau ist mit 8 Jahren damit schon Witwe.

 

Heinrich findet als einziger schwäbischer Ritter zurück ins deutsche Reich. Er überbringt den Fürsten die Nachricht, dass der letzte Staufer in Neapel öffentlich enthauptet wurde. 

 

Deshalb werden die Waldbuger bis heute immer wieder als die Erben der Staufer bezeichnet.

 

Der Sage nach sind die letzten 30 schwäbischen Ritter, gejagt von den Schergen des Papstes und der Franzosen,  in Apulien ins Meer geritten. 

 

Bis heute kommen Sie einmal in der Form von Schwertfischen, um dem letzten Staufer die Ehre zu erweisen.

 

Wenn sich die Sonne auf den Schwertern spiegelt und die Lichtreflexe uns blenden, dann sehen wir den Glanz von Barbarossa, Heinrich VI, Friedrich II und unserem Konradin.

 

Die Mehrzahl der Zeitgenossen fasste die Enthauptung des Konradin als ungeheuerliches Verbrechen auf, eine Überschreitung der Schranken, die den Völkern seit Jahrhunderten von Recht und Sitte gezogen worden waren.

 

Jetzt konnte niemand mehr die Königreiche Sizilien und Deutschland legitim vereinen und damit war der Sieg des Papstes gegen die Staufer eingetreten.

 

Verabschieden möchte ich mich mit einem Gedicht von Walter von der Vogelweide:

 

Herr Kaiser, wenn Ihr in Deutschland

unter Androhung der Todesstrafe den Frieden befestigt habt,

dann huldigen Euch die fremden Völker.

Die werdet Ihr ohne Mühe gewinnen

und die ganze Christenheit versöhnen.

Das ehrt Euch und verdrießt die Heiden sehr.

Ihr tragt zwei kaiserliche Fähigkeiten:

des Adlers Macht, des Löwen Kraft.

Die sind die Herrschaftszeichen auf Eurem Schild.

 

Was könnte ihrer Tapferkeit und ihrem Großmut widerstehen?

 

Im Museum auf der Waldburg ist auf einem Historiengemälde die Enthauptung des Konradins zu sehen. Auch wird hier dem Waldburger der Siegelring überreicht.

Sie haben Fragen?

Rufen Sie uns gerne an unter +49 170 3867302+49 170 3867302 oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

Die Waldburg ist ganzjährig für Gruppenführungen nach vorheriger Terminabsprache geöffnet.

Vom Ostersonntag bis zum 03.Oktober ist die Burg an Sonn- und Feiertagen für Museumsbesucher geöffnet.

Hier bieten wir Burgführungen von 11.00 Uhr - 18.00 Uhr an. 

 

Die Burg kann nur im Rahmen von Führungen besichtigt werden.

Hier finden Sie uns:

      Kontakt & Reservierungen

Wir freuen uns über Ihre Anfrage. Am einfachsten

immer unter:

info@schlosswaldburg.de

Druckversion Druckversion | Sitemap
Schloss Waldburg * Schloss 1 * 88289 Waldburg info@schlosswaldburg.de Diese Seite kann Cookies verwenden