2020 800 Jahre Kronschatz auf der Waldburg

Die Krone des Heiligen Römischen Reiches ...

Gezeigt in der Schatzkammer auf Schloss Waldburg. Mindestens 23 Jahre war der Kronschatz auf dieser Oberschwäbischen Burg unter Stauferkaiser Friedrich II zur Verwahrung bei Eberhard von Tanne

Ein prägendes Ereignis für den Süden von Deutschland...

 

Friedrich von Hohenstaufen eine der schillerndsten Persönlichkeiten des Mittelalters hat den Süden von Deutschland geprägt. 1212 in Konstanz ausgerufen zum römisch deutschen König. 

Als Erinnerung für den Ritt von Palermo nach Konstanz steht bis heute ein Pferd in Bronze mit 8 Beinen auf dem Marktplatz zu Konstanz. Unter der Herrschaft von Friedrich II wurde der Stadt Wangen die Stadtrechte verliehen. Sein Porträt in Überlebensgröße ist heute auf dem Ravensburger Tor zu sehen.

 

Sein Sohn Heinrich VII wird auf der Waldburg zum König von Deutschland ausgebildet und sein Truchsess Eberhard von Tanne Waldburg und sein Verwandter Konrad von Winterstetten waren Berater und Reichsverweser des deutschen Reiches. 

 

Dies alles in Summe löste ein Vakuum aus, dass Menschen uns Geld in unsere Region zog. Hiervon profitieren wir bis heute. Die Staufer haben hier in unserer Region überall Ihre Spuren hinterlassen.

 

Eberhard von Tanne Waldburg war bei allen 3 Stauferkaiser Truchsess.

Barbarossa, Heinrich VI und eben bei Stauferkaiser Friedrich II. Eberhard wurde 64 Jahre alt und hat mit seinem Lebenswerk Deutschland mitgeprägt.

 

Diese kleine Geschichte soll uns erzählen 

wie der Kronschatz damals vor 800 Jahren auf die Waldburg kam: 

 

Frederico Secundo in Oberschwaben

 

Der Duft von Zimt erfüllt den Raum, Heißer Würzwein dampft. 

Die Luft ist klar. Die Alpenkette grüßt majestätisch über den Bodensee. 

Noch ist Friedrich II nicht Kaiser. Der König von Sizilien ist in Weingarten mit seinem Truchsess Eberhard von Tanne Waldburg. Ein ereignisreiches Jahr kündigt sich an. Seine Kaiserkrönung, ein Kreuzzug nach Jerusalem - ein Jahr voller Gefahren.

Das Jahr des Herrn 1220 im Januar. 
Frederico und Eberhard waren im Kloster Altdorf und haben dem Prior Ländereien überschrieben.  Doch der König brauchte noch Luft. Ein strammer Ritt vorbei an der Haslachburg im Lauratal um in den Ländereien seines Truchsess zu jagen.

Ein Kapitaler Hirsch und ein paar Rebhühner liegen in der Küche der Waldburg bereit. Die Wachteln gegrillt mit Honig gewürzt mit Ingwer, Kardamom und Pfeffer. Ein Nero d Avolo der Wein seiner Vorfahren aus Sizilien aus dem Weinschlauch wartet im Becher. Das Hirschfilet schmort schon im Rotwein.

 

Adelheid die Frau von Eberhard wartet dem König auf. Das blitzen in den Augen des jungen Italieners zeigt wie gut Ihm das Weib seinen getreuen Truchsessen gefällt. Er sieht, dass es gut ist, Eberhard ist dem König treu ergeben mit einer starken Frau an seiner Seite.

 

Seine Gedanken schweifen ab. Was ist alles passiert seit er damals nur ein paar Stunden vor den Welfen nach Konstanz kann. Es war schon ein brutaler Ritt von Palermo nach Konstanz.  Es war ein Wettlauf gegen die Zeit gewesen. Otto IV oder Friedrich II wer soll zum König erhoben werden. 1 Stunden vor Otto kam er damals an und konnte die Konstanzer hinter sich bringen. 8 Jahre ist es nun her. Die Wangener, gleich hier neben der Waldburg haben seine Gunst bekommen und ihnen ist seine Schutzherrschaft gewiss.

 

Konstanze erwartet Ihn schon in Augsburg. Der Papst hat eingewilligt Sie zur Kaiserin zu krönen und Ihn zum Kaiser und damit zum Beschützer der Christenheit. Doch heute lehnt er sich entspannt zurück. Der Rotwein wärmt. Ein wohliges Gefühl macht sich breit. Die beiden sitzen bis lange in der Nacht am Feuer und planen die Reiseroute nach Rom.

 

Morgen geht es noch einmal nach Augsburg. Seine Ritter sammeln sich hier um mit Ihm nach Rom zu ziehen. Des Königs Sohn Heinrich VII ist ebenfalls noch in Augsburg. Truchsess Eberhard von Tanne Waldburg und Schenk Konrad von Winterstetten  sollen zu den Beratern des Königsohnes bestellt werden damit er Deutschland in guten vertrauensvollen Händen weis. Heinrich VII gerade erst 9 Jahre als soll das riesige Deutschland in der Abwesenheit von Friedrich regieren...

 

Die Pferde scharren mit den Hufen. Es ist Mai 1220 geworden Friedrich tritt seine Reise nach Rom an. Die Alpenpässe sind Schneefrei und Friedrich zieht mit seiner Streitmacht seiner Leibgarde und seinem Truchsessen die beschwerliche Reise über die Alpen an. 

1000 Kilometer nach Rom zur Herrschaft, zum Kaisertum. 

1000 Kilometer voller Gefahren und Hindernissen. Nicht alle haben Freude an der Entscheidung des Papstes den sizilianischen Staufer zum Kaiser zu machen.

Den Kronschatz hat Friedrich seiner Leibgarde anvertraut. Sarazenen, kampferprobt bewachen den Kaiser und die Krone des heiligen römischen Reiches. 

 

Es geht gut voran die Alpen wurden zügig überquert. Bei Innsbruck war die letzte größere Rast. Doch die Stirn des angehenden Kaisers zeigt erste Sorgenfalten. Norditalien hat sich erhoben. Bologna verweigert Friedrich die Gefolgschaft. Gefahr zieht als Gewitter am Horizont auf.

 

Durch mich regieren die Könige - so steht es auf der Krone. Fällt die Krone in falsche Hände verliert auch Friedrich seine Legitimation des Kaisers.

 

Friedrich lässt seinen Truchsess rufen. Eberhard bekommt vor den Toren von Bologna den Auftrag die Krone auf seine Veste Waldburg zu bringen. Seine Sarazenen, die Leibgarde von Friedrich reiten mit Eberhard zurück zur Waldburg. Eberhard mit seinen Getreuen und den Sarazenen gelingt es nach ca. 2 Wochen den Kronschatz in der Kapelle der Waldburg sicher unterzubringen. Dies soll nun die nächsten 21 Jahre auch so sein.

 

Oberschwaben trägt den Kronschatz des Heiligen Römischen Reiches im Herzen. 

Mönche von Weisenau erweisen den Reliquien und der Krone die Ehre. Tag und Nacht erklingen gregorianische Gesänge in den Mauern der Waldburg. 21 Jahre singen die Mönche ohne Unterlass. Eine Ehre wer dies tun darf.

 

Oberschwaben ist der Nabel der Welt und blüht auf. Die Seestädte, Wangen, Ulm, Augsburg Konstanz, Lindau wachsen im Glanz der Reichskrone auf der Waldburg.

 

Truchsess Eberhard und Konrad von Winterstetten sind gute Ratgeber für des Friedrichs Sohn Heinrich VII.

 

Am 22. November wurden Friedrich und seine Gemahlin Konstanze von Papst Honorius III. in der Peterskirche zu Kaiser und Kaiserin gekrönt. Friedrich ist auf dem Höhepunkt der Macht angelangt. Der Kronschatz sicher auf der Waldburg verwahrt.

 

So war es vielleicht vor 800 Jahren – wer weis das schon ...

 

Heuer wird die Krone des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation wieder auf der Waldburg zu sehen sein. Eine originalgetreue Nachbildung wird gezeigt (Leihgabe der Betriebsgesellschaft Waldburg). Der Glanz des Satuferkaisers strahlt heute noch hell – auch über der Waldburg.

 

Stupur Mundi – das Staunen der Welt,

so wurde Friedrich II schon zu Lebzeiten genannt.

 

 

Muss die Geschichte Oberschwabens teilweise neu geschrieben werden ?

 

War der Kronschatz des Heiligen Römischen Reiches zweimal auf der Waldburg?

 

Bekannt war bislang dass die Reichkleinodien von 1220 bis 1243 auf der Waldburg unter Truchsess Eberhard von Tanne Waldburg und Schenk Konrad von Waldburg-Winterstetten untergebracht war.

 

Jetzt wurde ein Text entdeckt der den Kronschatz auf der Waldburg in ein neues Licht rückt:

 

Unter den ersten Waldburgern zeichneten sich zu Ihrer Zeit ganz besonders aus:

Heinrich, der mit Gefahr seines Lebens den König Philipp (1208) gegen seinen Mörder Otto von Wittelsbach zu schützen suchte, und Eberhard der Kostfreie genannt, dem Kaiser Heinrich VI. die Reichsinsignien zur Aufbewahrung in seiner Veste Waldburg anvertraute (1194), was Kaiser Friedrich II. im Jahre 1220 gleichfalls that..

 

Dieser Text entdeckt von Burgkastellan Roland Ohneseit in den Legaten im Stattsarchiv ist Stuttgart hat uns dazu bewegt weiter zu graben. In der Geschichte des Hauses Waldburg in Schwaben geschrieben und recherchiert 1888 von Joseph Vochezer wurden wir dann fündig.

 

Hier wird Eberhard von Tanne als Schenk von Stauferkaiser Friedrich I (Barbarossa) und ebenfalls als Schenk von Stauferkaiser Heinrich VI. genannt. Nun wird es interessant. Heinrich VI. wurde 1194 zum König von Sizilien gekrönt. Bevor er nach Sizilien zog gab es in seiner Reichspfalz eine geheime Zusammenkunft an der wohl der Erzbischof von Salzburg und sein Schenk Eberhard von Tanne teilnahmen. Über den Inhalt dieser geheimen Zusammenkunft wurde nichts bekannt. Allerdings wird die Reichspfalz Hagenau bis 1194 als Aufbewahrungsort der Reichskleinodien genannt. Nach 1194 verliert sich hier die Spur. Was war also Thema bei dieser geheimen Unterredung?

 

Eberhard von Tanne war bis dato immer im Umfeld des Kaisers zu finden. Plötzlich taucht er allerdings bis 1205 nicht mehr auf. Warum???

 

Jetzt unsere These:

Der Erzbischof von Salzburg wird eben auch der Familie Waldburg zugeordnet. Damit ein Verwandter von Eberhard von Tanne. Der Erzbischof wurde mit einem geheimen Auftrag damals betraut. Der Weg von Hagenau (heute Elsass) führt an der Waldburg vorbei. Wir gehen davon aus, dass der Erzbischof und Eberhard von Tanne den Kronschatz von Hagenau auf die Veste Waldburg brachten. Die Spur des Kronschatzes und die Spur von Eberhard verlieren sich nun für eben 11 Jahre....

 

Wenn wir nun dieses Wissen in einem Konsens zu dem neu aufgetauchten Text bringen können wir mit großer Sicherheit davon ausgehen, dass der Kronschatz schon 1194 bis 1205  auf der Waldburg gewesen ist. 

 

Damit wäre wieder einmal unser Oberschwaben für viele Jahre die Heimat der Reichsklein-odien gewesen ist. 

 

In 2020 werden wir 800 Jahre Kronschatz auf der Waldburg feiern. Wer weiß vielleicht sind wir hier schon ein paar Jahre zu spät ....

 

Max Haller 15.07.2019

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