2020 800 Jahre Kronschatz auf der Waldburg

Die Krone des Heiligen Römischen Reiches ...

Gezeigt in der Schatzkammer auf Schloss Waldburg. Mindestens 23 Jahre war der Kronschatz auf dieser Oberschwäbischen Burg unter Stauferkaiser Friedrich II zur Verwahrung bei Eberhard von Tanne

Es war kalt. Die Nüstern der Pferde dampfen in der Schmidstraße der freien Reichsstadt zu Wangen. Hufe scharren, die Menschen säumen die Straße – der Kaiser ist da. Die Ehreneskorte der Waldburger trifft ein. 

Truchseß der Waldburg, Eberhard von Tanne Waldburg, erweist Stauferkaiser Friedrich II seine Ehrerbietung. Der Kaiser müde und erschöpft von dem langen Ritt von Palermo nach Oberschwaben begrüß seinen treuen und geschätzten Vasallen, Eberhard von Tanne Waldburg. 

Im Troß des Kaisers seine geliebten Falken betreut von Walter von der Vogelweide. Die Rüstungen der Ritter blinken in der Sonne. Nach einem Festmahl aufgetischt in der Oberstadt geht der Zug weiter in Richtung Waldburg. 

Jubelnde Menschen geben dem Herreszug einen phantastischen Rahmen. Es geht vorbei an der Hagmühle weiter nach Amtzell, an der Reichsdose vorbei. Im Nebel blitz immer wieder die Ansicht der Waldburg aus. Extra neu erbaut und umgestaltet zu diesem Anlass. 

Der Kronschatz des heiligen römischen Reiches kommt nach Oberschwaben auf die Waldburg.

Jubelnde Menschen lassen den Troß des Kaisers hochleben und die Erde bebt von den vielen Hufen der Schlachtrösser.

Da steht Sie nun im neu erbauten vollen Glanz, die Waldburg, das Wahrzeichen Oberschwabens Die Sonne spiegelt sich auf den Zinnen der Burg. Fahnen wehen, Bratenduft weht durch die Burg. Fanfaren, Trommel begrüßen den Kaiser auf der Burg seines Truchsessen.

Der Rittersaal der Burg ist festlich gedeckt. Es wird lange in die Nacht getafelt, gelacht, getrunken. Müde bettet Stauferkaiser Friedrich sein Haupt auf der Waldburg. Der Kronschatz mit der Reichslanze, dem Reichsapfel, dem Reichsschwert und der Karlskrone wird am nächsten Tag in der Kapelle der Waldburg präsentiert. Bis ca.  1240 wird dies auch so bleiben. Mönche vom Kloster Weingarten sind abgestellt als Ehrenwache. Die Mönche lobpreisen die Reichskleinodien die nächsten 20 Jahre, Tag und Nacht,  mit Gregorianischen Gesängen. Oberschwaben ist der Mittelpunkt des Heiligen Römischen Reiches für die nächsten 20 Jahre. 

Der Stauferkaiser genießt die Gastfreundschaft seines Truchsessen, seines Freundes Eberhard von Tanne Waldburg. Pläne werden geschmiedet für die Ausbildung des Kaisersohnes Konrad. Er verbleibt die nächsten Jahre auf der Waldburg und wird von Eberhard zum König von Deutschland ausgebildet.

 

So war es vielleicht vor 798 Jahren – wer weis das schon ...

 

Heuer wird die Krone des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation wieder auf der Waldburg zu sehen sein. Eine originalgetreue Nachbildung wird gezeigt (Leihgabe der Betriebsgesellschaft Waldburg). Der Glanz des Satuferkaisers strahlt heute noch hell – auch über der Waldburg.

 

Stupur Mundi – das Staunen der Welt,

so wurde Friedrich II schon zu Lebzeiten genannt.

 

 

Muss die Geschichte Oberschwabens teilweise neu geschrieben werden ?

 

War der Kronschatz des Heiligen Römischen Reiches zweimal auf der Waldburg?

 

Bekannt war bislang dass die Reichkleinodien von 1220 bis 1243 auf der Waldburg unter Truchsess Eberhard von Tanne Waldburg und Schenk Konrad von Waldburg-Winterstetten untergebracht war.

 

Jetzt wurde ein Text entdeckt der den Kronschatz auf der Waldburg in ein neues Licht rückt:

 

Unter den ersten Waldburgern zeichneten sich zu Ihrer Zeit ganz besonders aus:

Heinrich, der mit Gefahr seines Lebens den König Philipp (1208) gegen seinen Mörder Otto von Wittelsbach zu schützen suchte, und Eberhard der Kostfreie genannt, dem Kaiser Heinrich VI. die Reichsinsignien zur Aufbewahrung in seiner Veste Waldburg anvertraute (1194), was Kaiser Friedrich II. im Jahre 1220 gleichfalls that..

 

Dieser Text entdeckt von Burgkastellan Roland Ohneseit in den Legaten im Stattsarchiv ist Stuttgart hat uns dazu bewegt weiter zu graben. In der Geschichte des Hauses Waldburg in Schwaben geschrieben und recherchiert 1888 von Joseph Vochezer wurden wir dann fündig.

 

Hier wird Eberhard von Tanne als Schenk von Stauferkaiser Friedrich I (Barbarossa) und ebenfalls als Schenk von Stauferkaiser Heinrich VI. genannt. Nun wird es interessant. Heinrich VI. wurde 1194 zum König von Sizilien gekrönt. Bevor er nach Sizilien zog gab es in seiner Reichspfalz eine geheime Zusammenkunft an der wohl der Erzbischof von Salzburg und sein Schenk Eberhard von Tanne teilnahmen. Über den Inhalt dieser geheimen Zusammenkunft wurde nichts bekannt. Allerdings wird die Reichspfalz Hagenau bis 1194 als Aufbewahrungsort der Reichskleinodien genannt. Nach 1194 verliert sich hier die Spur. Was war also Thema bei dieser geheimen Unterredung?

 

Eberhard von Tanne war bis dato immer im Umfeld des Kaisers zu finden. Plötzlich taucht er allerdings bis 1205 nicht mehr auf. Warum???

 

Jetzt unsere These:

Der Erzbischof von Salzburg wird eben auch der Familie Waldburg zugeordnet. Damit ein Verwandter von Eberhard von Tanne. Der Erzbischof wurde mit einem geheimen Auftrag damals betraut. Der Weg von Hagenau (heute Elsass) führt an der Waldburg vorbei. Wir gehen davon aus, dass der Erzbischof und Eberhard von Tanne den Kronschatz von Hagenau auf die Veste Waldburg brachten. Die Spur des Kronschatzes und die Spur von Eberhard verlieren sich nun für eben 11 Jahre....

 

Wenn wir nun dieses Wissen in einem Konsens zu dem neu aufgetauchten Text bringen können wir mit großer Sicherheit davon ausgehen, dass der Kronschatz schon 1194 bis 1205  auf der Waldburg gewesen ist. 

 

Damit wäre wieder einmal unser Oberschwaben für viele Jahre die Heimat der Reichsklein-odien gewesen ist. 

 

In 2020 werden wir 800 Jahre Kronschatz auf der Waldburg feiern. Wer weiß vielleicht sind wir hier schon ein paar Jahre zu spät ....

 

Max Haller 15.07.2019

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